Maria zur Buche

Maria_zur_Buche_History

Geht man an der Mittelschule Undorf vorbei in Richtung Loch, kommt man in ein Waldstück. Dort steht eine aus Eichenstämmen errichtete Kapelle, die früher als „Blaslkapelle“ bezeichnet wurde. Der alte Name weist auf den Erbauer der Kapelle hin. Blasl ist ein alter Undorfer Hausname für ein An­wesen am Mühl­weg. 1803 kaufte Blasius Waldmann aus Schönhofen den Stall und errichtete dort ein Wohngebäude mit Stallungen.

Aus Berichten des ehemaligen Ortsheimatpflegers Paul Lax und Xaver Ettinger ergibt sich folgen­des: „An der Buche war ein starker Ast abgebrochen. Um die Zeit des Ersten Weltkrieges stellte ein frommer Undorfer in die kleine Höhlung eine Muttergottes­statue. Aus der Buche mit der Mutter­gottesfigur wurde eine abge­le­gene Andachtsstätte und vor dem Baum ein Betschemel aufge­stellt. Im Lauf der Jahre ist die Bruchstelle wieder vollständig zugewachsen. Lambert Waldmann legte im ersten Weltkrieg das Versprechen ab, eine Kapelle zu errichten, wenn er wieder gesund in die Heimat zurückkehre. Das verwirklichte er später, nachdem er sich bei Wald­arbeiten eine Augenverletzung zugezogen hatte. Die Kapelle errichtete nach dem zweiten Weltkrieg ein bei Wald­mann wohnender ostpreussischer Flüchtling und ein zweiter Hausin­woh­ner namens Kerl. Waldmann konnte die Kapelle wegen Krankheit nicht mehr selbst bauen.

Die Kapelle bekam später den Namen „Maria zur Buche“.

Seit einigen Jahren hat sich der Schützenverein der Kapelle angenommen. Karl Seidl und Josef Stockinger haben im Mai 1998 das kleine Kirchlein gründlich saniert. Pfarrer Karl Schreiber segnete die Kapelle nach Ab­schluss der Arbeiten im Rahmen einer feierlichen Maiandacht, die seitdem dort je­des Jahr Mitte Mai stattfindet. Die Undorfer Böllerschützen rufen zur Maiandacht, indem das früher üb­liche Erst- und Zusam­men­läuten durch Böllern an der Mittelschule und dem Hang gegenüber der Kapelle ersetzt wurde.
Diese Art des Signals gilt, nachdem vor Jahren bei etwas zweifelhaftem Wetter wie gewohnt die Glocken läuteten, der Pfarrer und ein kleiner Teil der Gläubigen annahmen, die Andacht würde in der Kirche stattfinden und diese dort auch abhielten. Mehr Teilnehmer kamen aber zur Kapelle. Weil der Geistliche fehlte, übernahm Martin Rödl die Leitung der – verkürzten – Andacht.
Seitdem gilt: rufen die Böllerschützen, ist die Maiandacht bei der Kapelle – rufen die Glocken, dann in der Pfarrkirche !

 

Foto: Josef StockingerIm Sommer 2009 hat ein Sturm einen großen Ast aus der Baumkrone gebrochen. Eine Sanierung der Krone hätte den beginnenden Verfall des Naturdenkmals verzögern können.

So aber wurde im Jahr 2010 die alte Buche gefällt, weil ein beginnender Pilzbefall die Befürchtung auslöste, der Baum könne in kurzer Zeit umstürzen. Die Meinungen gingen hier weit auseinander, konnten das Fällen aber nicht mehr verhindern. Das im Stamm vermutete Marienbild (Statue) wurde nicht aufgefunden.

Jetzt bietet sich im Frühjahr dieser Anblick. Ein Ersatz an der Südseite der Kapelle scheiterte, weil der als Ballenpflanze gewählte Jungbaum mangels Wasserversorgung nicht anwurzeln konnte.

Die Hoffnung liegt nun bei einem an der Ostseite vorhandenen Jungbaum. Dank des reichlich einfallenden Lichts kann er jetzt ungestört wachsen.

 

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